Schaffhausen

Portrait

Nur eine kleine Stadt sei Schaffhausen, singt der Chansonnier Dieter Wiesmann. Aber was für eine. Zwischen Munot, Rheinfall, Randen und Klettgau liegt ein mittelalterlicher Flecken, in dem man hängen bleibt. Und zehn Minuten entfernt eine Jugendherberge in einem Schlösschen. Früher der Treffpunkt von Dichtern und Malern, heute offen für alle Lebenskünstler.

Hessestube und Turmzimmer

"Ein verwahrloster alter Herrensitz, mit zugewachsenen Gartenwegen, vermoosten Bänken, brüchigen Treppenstufen und undurchdringlich verwildertem Park." So beschrieb Hermann Hesse in seinem Roman "Rosshalde" 1914 das Schlösschen Belair. Sein Freund und Schlossherr Hans Sturzenegger, Kunstmaler, gab die Hauptfigur Johann Veraguth ab.
Fünfzig Jahre später wurde aus dem Herrensitz, erbaut im 16. Jahrhundert, die Jugendherberge. Und die sieht heute, frei nach Hesse, etwa so aus: Ein herausgeputztes, stattliches Schlösschen, mit grossen Wiesen, romantischen Bänken unter mächtigen Platanen, verwinkelten Treppen zu feudalen Zimmern und einem weitläufigen, gepflegten Park. Und wer im Rhein übernachten kann, hat Glück gehabt. Denn "Rhein" heisst eines der vier Turmzimmer, nebst der Suite "Thur", mit bemalter Decke, die Favoriten im Belair.