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Frühlingserwachen in der Jugendherberge Avenches Apr 25, 2014

Nach einem CHF 2.5 Mio. umfassenden und nur gut fünf Monate dauernden Umbau erlebt die Jugendherberge Avenches ein wahres Frühlingserwachen. Für Kontinuität nach der straffen Umbauphase sorgt weiter das Betriebsleiter-Ehepaar Edith und Mohamed Dhyaf.

„Der Baufortschritt ist planmässig verlaufen und ich freue mich über die termingerechte Eröffnung“, sagt René Dobler, CEO der Schweizerischen Stiftung für Sozialtourismus und damit Bauherr. „Dank der vorbildlichen und kooperativen Zusammenarbeit aller Beteiligten unter der Leitung der dadarchitekten GmbH konnte der Umbau während der normalen saisonalen Schliessphase abgeschlossen werden.“

Baubeginn war am 21. Oktober 2013. Die ersten Gäste in der seither umfassend renovierten Jugendherberge haben am 4. April eingecheckt. Den Stammgästen unter ihnen sind verschiedene Elemente aufgefallen: Die renovierte Fassade, die das stattliche Haus in neuem Glanz erstrahlen lässt, der komplett neue Eingangsbereich mit Réception, die durch den Einbau von Lavabos aufgewerteten Zimmer sowie die grundlegend sanierten Etagenduschen und -WCs. Man ist sich einig: Die Komplettsanierung ist gelungen.

Geradezu auf Begeisterung gestossen ist aber ein anderes Element des Umbaus: Der neue rollstuhlgängige Pavillon im Garten. Er bildet das Herzstück einer Lösung, die die Jugendherberge für Gäste mit Behinderungen zugänglich und attraktiv macht. Gleichzeitig stellt er eine willkommene Kapazitätserweiterung dar, die zeigt, dass sich soziale und unternehmerische Verantwortung nicht gegenseitig ausschliessen. Der Pavillon beherbergt zwei Doppelzimmer und erfüllt, wie neu auch das Erdgeschoss des Haupthauses, alle Standards für hindernisfreies Reisen.

Möglich wurde diese ebenso unkonventionelle wie pragmatische Lösung für Menschen mit Behinderungen dank der finanziellen Unterstützung der Stiftung Denk an mich. Seit 2013 pflegen die Schweizer Jugendherbergen mit der Stiftung die Projektpartnerschaft “Ferien – zugänglich für alle“, die zum Ziel hat, das gesamte Schweizer Jugendherbergsangebot – von der Informationsbeschaffung im Internet bis hin zu den Betrieben – hindernisfrei zu gestalten.

Weitere Elemente des Umbaus bleiben für den Gast unsichtbar, so die Anpassung an aktuelle feuerpolizeiliche Anforderungen und die Betriebsleiterwohnung im Dachgeschoss. Sie ist der Rückzugsort von Edith und Mohamed Dhyaf, Betriebsleiter in Avenches seit 1989. Das Wohl ihrer Gäste – auch das leibliche – steht für sie an erster Stelle. „Wir freuen uns, dass wir unseren Gästen nun ein moderneres, zeitgemässes Angebot bieten können“, so die beiden Betriebsleiter.

Für die Organisation Avenches Tourismus, die den Umbau finanziell mit unterstützt hat, bildet die Jugendherberge einen zentralen Teil des Beherbergungsangebots. Die Vermarktung des Betriebs ist aus touristischer Sicht nicht nur wegen der angestrebten 7‘500 Übernachtungen wertvoll, wie Martial Meystre, Tourismusdirektor von Avenches, festhält: „Die Jugendherberge ermöglicht es der Tourismusregion Avenches, ihren Bekanntheitsgrad auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene zu stärken. Dies nicht zuletzt dank der Nutzung neuer Werbekanäle, wie beispielsweise der Internetseite der Stiftung Denk an mich.“

Das Interesse der Gemeinde, den Betrieb zu erhalten, war denn auch gross, was nicht zuletzt das finanzielle Engagement zeigt. Yves Nicolier, Vize-Gemeindepräsident von Avenches, freut sich über die Renovation und damit den Erhalt der Jugendherberge. „Eine gesunde Infrastruktur ist wichtig, weil sie bedeutend zum wirtschaftlichen Erfolg einer Gemeinde beiträgt“, sagt er. Dank der Projektpartnerschaft zwischen den Schweizer Jugendherbergen und der Stiftung Denk an
mich steht im Garten der Jugendherberge heute ein innovatives Vorzeigeobjekt des barrierefreien Tourismus, dessen Ausstrahlungskraft über die Region hinausgeht. Ursula Schwaller, Stiftungsrätin der Stiftung Denk an mich, Architektin und Rollstuhlsportlerin, fasst diesen Meilenstein so zusammen: „Das Stigma der behinderten Mitglieder unserer Gesellschaft wird nirgends stärker zementiert als in Gebäuden mit übermässig vielen Schwellen. Und nie reagieren Menschen sensibler auf Ausschluss und Ungleichheit wie eben in jenem Alter, in dem die Jugendherberge als erste Adresse unabhängiger Ferienträume gilt. Ich bin mir sicher, dass dieses Beispiel seine Signalwirkung nicht verfehlt.“
Zahlen und Fakten Jugendherberge Avenches

Eröffnung als Jugendherberge: 1982
Betriebsleitung: Edith und Mohamed Dhyaf (seit 1989)
Gästemix: Schulklassen, Familien und Einzelreisende
Bettenangebot: 84 Betten verteilt auf 8er-, 6er-, 4er-, Doppel- und Einzelzimmer mit Lavabo
(Duschen/WC auf der Etage) und zwei hindernisfreie Doppelzimmer mit Dusche/WC.
Preise (inkl. Frühstück, Taxen und freiwilliger CO2-Kompensation):
- Bett im Familienzimmer mit Etagendusche: CHF 42.30
- Doppelzimmer mit Etagendusche: CHF 93.60
- Hindernisfreies Doppelzimmer mit Dusche/WC: CHF 124.60
Logiernächte: Bisher durchschnittlich 6’500 im Jahr (geöffnet April - Oktober) – nach dem
Umbau 7'500.
Kosten Umbau: CHF 2.5 Mio.

Weitere Auskünfte erteilt:

Schweizer Jugendherbergen
Oliver Kerstholt, Mediensprecher
Schaffhauserstrasse 14, Postfach, 8042 Zürich
Tel.: +41 (0)44 360 14 51
E-Mail: o.kerstholt@youthhostel.ch

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