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Auszeichnung für Jugendherberge Scuol Feb 03, 2008

Am 31. Januar fand in Basel die Endausscheidung für den Hans E. Moppert-Preis statt. Im diesjährigen Auswahlverfahren wurden die besten Projekte rund um die „Nachhaltigkeit im Alpentourismus“ gesucht. Aus einer Vielzahl von Einsendungen konnten sich drei Bewerber abheben. Darunter auch die Eingabe der Schweizer Jugendherbergen, die mit der neuen Minergie-Eco Jugendherberge in Scuol an den Start ging. Bereits im letzten Herbst konnte die Organisation in Bern den Tourismuspreis Milestone für ihre „Nachhaltigkeitsstrategie“ in Empfang nehmen. Am 31. Januar fand die Schlusspräsentation der letzten drei Mitbewerber statt. Die Wahl der Jugendherberge Scuol als drittes platziertes Projekt erfolgte im Anschluss durch die Jury. Sieger wurde das Hotel Projekt Vnà und zweiter die Wasserwelten in Göschenen.

Die Hans E. Moppert-Stiftung für nachhaltige Entwicklung wurde Ende 1999 vom ehemaligen Teilhaber der Bank Sarasin & Cie AG, Herrn Hans E. Moppert, gegründet. Ihre Zweckbestimmung ist die Auszeichnung von herausragenden Leistungen in den Bereichen Ökologie und nachhaltige Entwicklung. Es sollen Forschungsergebnisse gefördert und ein möglichst grosses Publikum, namentlich auch Jugendliche, für eine nachhaltige Gesamtentwicklung sensibilisiert werden.
Das Publikum, bestehend aus Jugendlichen, aus Senioren und aus interessierten Kunden der Bank Sarasin & Cie AG, zeichneten die Jugendherberge Scuol mit dem dritten Preis aus.

Wichtige Partnerschaften in Scuol

Wichtigste Voraussetzung des Projektes war die optimale Einbindung in der Region und die Unterstützung durch die Region Unterengadin. Eine ganz aussergewöhnliche enge Zusammenarbeit ergab sich von Beginn weg mit den Vertretern der Bergbahnen, der Gemeinde, der Landwirte sowie der Tourismusorganisation, die die Jugendherberge vor und während dem Bau sowie auch jetzt im täglichen Betrieb massgebend unterstützen. Nur mit diesem Support war es überhaupt möglich die Jugendherberge zu erstellen. Der Regionale Bauernverband „società agricula d’engiadina Bassa“ stellte das Land ihres ehemaligen Viehmarkts zur Verfügung. Für die Finanzierung der Jugendherberge haben Behörden und Wirtschaftsverbände eigens eine „Interessengruppe zur Förderung der Jugendherberge“ eingesetzt. Wichtigste Geldgeber wurden die Bergbahnen, die Gemeinde, Kanton, Bund, die Stiftung LaTour sowie weitere Stiftungen. Die Bausumme von rund CHF 7.5 Mio. brachte der Region einen wichtigen Wirtschaftsimpuls; die bevorzugte Berücksichtigung von regionalen Unternehmern war eine Selbstverständlichkeit.
Die Jugendherberge soll der Region zusätzlich 23'000 Logiernächte pro Jahr bringen. So prangte über Weihnachten und Neujahr bereits das Schild „wir sind ausgebucht“ an der Türe und auch im Februar ist die Jugendherberge voll ausgelastet.

Augenfällige, nachhaltige Bauweise

Für die Jugendherberge Scuol konnte moderne Architektur mit lokaler Baukunst verbunden werden. Besonders zu erwähnen ist das Architektenteam ARGE Sursass mit Marisa Feuerstein, Annabelle Breitenbach, Men Clalüna und Jon Armon Strimer. Sie setzten sich in einem Wettbewerb gegen namhafte Konkurrenz durch. Es ist Ihnen gelungen, den Vorschusslorbeeren der Ausstellung „Werdende Wahrzeichen“ auch in der Realität gerecht zu werden. Im Hausinnern sind Lärchenholz und Beton bestimmend. Als besonderer Leckerbissen konnte eine Arvenstube realisiert werden, die im ganzen Haus ihren wohltuenden Holzgeruch verbreitet. Die Jugendherberge, erbaut im Minergie-Eco-Standard, steht unmittelbar beim Bahnhof und den Bergbahnen.

Ökologische Nachhaltigkeit

Die ganzheitliche ökologische Nachhaltigkeitsstrategie der Jugendherbergen geht auf die 90er Jahre zurück. Nach der Teilnahme am Projekt Energie2000 des Bundes, sind die Schweizer Jugendherbergen eine freiwillige Zielvereinbarung über die CO2-Reduktion mit der ENAW (Energie-Agentur der Wirtschaft) eingegangen. Der Beitritt zur WWF Climate Group erfolgte in der Anfangsphase des Projektes, Unternehmen wie Migros, Swisscom, IKEA, Coop, ZKB folgten. Seit der Eröffnung der Jugendherberge in Zermatt im Januar 2004 gilt Minergie als Standard bei Neu- und Umbauten. Ab Dezember 2006 bei der Eröffnung Valbella wurde dieser ergänzt durch das Eco-Bau-Label für umweltgerechtes Bauen. Durch die unternehmensweite Realisierung des EU-Umwelt- und Steinbocklabels haben die Schweizer Jugend¬herbergen die Aufgabe übernommen, ihre Mitarbeitenden und Gäste aktiv in den Umweltschutz einzubeziehen. All dies konnte in Scuol beispielhaft umgesetzt werden (siehe unten).

Umbau der Jugendherberge Basel St. Alban steht an

Die Vergabe des Hans E. Moppert-Preises in Basel soll ein gutes Omen für das nächste Grossprojekt der Jugendherbergen sein. Im Herbst 2008 wird die Jugendherberge Basel St. Alban für über ein Jahr geschlossen und gründlich renoviert. Dabei entsteht ein Anbau und auch das bestehende Gebäude wird auf den Minergie-Eco Label Stand gebracht. Während der Umbauzeit wird in Basel die Jugendherberge City den Gästen zur Verfügung stehen und die Schliessung kompensieren. Bereits in der Projektierungsphase konnten Nachbarn, Heimatschutz und Vertreter der Stadt aktiv eingebunden werden. Somit sollte auch in Basel das Miteinander von allen Beteiligten gewährleistet sein. Die Projektinformation für Bevölkerung und Medien ist noch im letzten Jahr erfolgt. Mit den Basler Architekten Buchner und Bründler konnten ausgewiesene junge Fachleute für das anspruchsvolle Projekt gewonnen werden.

Weitere Informationen:

Schweizer Jugendherbergen
Schaffhauserstrasse 14, Postfach
CH-8042 Zürich

Tobias Thut, Mediensprecher
Tel: +41 44 360 14 51
t.thut@youthhostel.ch