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Wir haben zur Zeit geschlossen. Ab 21. Juni haben wir wieder offen. Reservationen und Anfragen werden bearbeitet.

Jugendherberge Valbella

Voa Sartons 41
7077 Valbella (GR)

Eu-label Hiq Minergie Quality-1 Steinbock-4

Tel: +41 81 384 12 08
Fax: +41 81 384 45 58
valbella@youthhostel.ch
www.youthhostel.ch/valbella

youthhostel.valbella

Online Buchung

Geschichte - Alpine Architektur

1932 wurde die Jugendherberge Valbella eröffnet, als erstes zum Zweck einer Jugendherberge errichtetes Gebäude in der Schweiz. Entworfen wurde sie vom Churer Architekten J. Keller in einer Architektursprache der damaligen Zeit. Grobe Sichtsteinmauern liessen eine einfache, geradezu archaische Bauweise erkennen, entsprechend dem Umstand, dass teilweise in Fronarbeit gebaut wurde. Vergleichbar mit zeitgenössischen Bauten von Rudolf Gaberel und mehr noch solchen Hans Leuzingers entstand so eine moderne und gleichzeitig spezifisch alpine Architektur.

Schon damals setzten im Aufenthaltsraum zwei Fenster über einer Eckbank die grossartige Sicht ins Tal in Szene, ein Thema, das 1943 bei der ersten Erweiterung um einen Vorbau im Erdgeschoss aufgenommen und ausgebaut wurde. 1972 wurde ein zweiter, wesentlich grösserer Anbau eröffnet, der mit einem neuen Zimmertrakt im rechten Winkel zum ursprünglichen Baukörper anschloss und beide Teile über ein Walmdach zu einem kompakten Konglomerat verband.

Neue, alte Jugendherberge

Als 2006 wieder eine Erneuerung unumgänglich wurde, weil der Standard nicht mehr den heutigen Vorstellungen von einer Jugendherberge entsprach, schlugen die in Chur tätigen Bosch & Heim Architekten nach eingehender Prüfung unterschiedlicher Varianten überraschenderweise vor, ausgerechnet den architektonisch nicht besonders wertvollen, allerdings durchaus brauchbaren Trakt aus den 1970er Jahren zu erhalten, die anderen Teile aber abzubrechen und zu ersetzen. Dies erlaubte insbesondere, die ausserordentlich schöne Positionierung des Baus zu erhalten und dessen ursprüngliche Qualitäten erneut ins Werk zu setzen. Der Abbruch der ersten Bauetappen, deren einfache Substanz ohne gewalttätige Eingriffe ohnehin nicht mit heutigen Ansprüchen zu vereinbaren gewesen wäre, ermöglichte es, an alter Stelle durch einen neuen, verlängerten und erhöhten Trakt erneut eine turmartige Situation zu schaffen. Damit wurde der gesamte Massstab des Baus der inzwischen veränderten, gleichsam verdichteten Kulturlandschaft angepasst, sodass seine besondere Bedeutung als halböffentliches Gebäude wieder zum Ausdruck kommt. Vor allem aber erhielt die Anlage einen Kopf, der sie, ähnlich dem Ursprungsbau, wieder eindeutig zur Aussicht hin orientiert.

Entscheidend für den Erfolg dieser Aktion ist, dass Alt und Neu nicht differenziert wurden, sondern zu einer neuen Einheit verschmelzen. Die zwei Grautöne des Putzes scheinen dieser Betrachtungsweise zunächst zu widersprechen, indem sie auf der Zugangsseite zwischen Alt und Neu zu unterscheiden scheinen. Allerdings sind die Farben so eng miteinander verwandt, dass man schon genau hinschauen muss, um zu sehen, dass nicht nur verschieden auftreffendes Licht die Differenz ausmacht.

Der Moderne verpflichtet

Am ganzen Bau beeindruckt die Ökonomie, auch bezogen auf die finanzielle Aufwendung, vor allem aber bezogen auf die wenigen, klug eingesetzten architektonischen Mittel. Auch dies verbindet ihn mit seinem ersten Vorgänger, dessen Charakter weiterlebt, obwohl von ihm weder Substanz erhalten blieb, noch formale Elemente explizit zitiert wurden. Und es verbindet ihn mit der traditionellen alpinen Architektur, deren Rationalität, Zweckmässigkeit und Sensibilität gegenüber dem Ort schon in der Moderne bewundert wurden. Die um- und neugebaute Jugendherberge ist die Erste im Netzwerk der Schweizer Jugendherbergen, die in der Minergie-Eco Bauweise erstellt wurde.

Jugendherberge Valbella heute

Jugendherberge Valbella heute

Der erste Bau von 1932

Der erste Bau von 1932

Blick aus dem Aufenthaltsraum

Blick aus dem Aufenthaltsraum