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Jugendherberge Sils i.D.

Oberer Ehrenfelsweg 12
7411 Sils i.D. (GR)

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Geschichte - Burg Ehrenfels

Das Domleschg ist ein altes, bedeutendes Durchgangsgebiet zu den Pässen Splügen, San Bernardino, Septimer, Julier und Albula, wie die prähistorischen und römischen Fundstellen und die Häufung mittelalterlicher Burgen deutlich zum Ausdruck bringen. Auf Carschenna oberhalb der Burg Ehrenfels sind heute noch bemerkenswerte Felszeichnungen aus der Bronzezeit zu besichtigen.

Die Geschichte der Burg

Über die Burg Ehrenfels bestehen nur wenige Überlieferungen. Erstmals finden die Herren von Ehrenfels 1257 mit dem Namen «C. de Herinvels» urkundlich eine Erwähnung. Das Wort «Ehren» stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet nichts anderes als Herren, Ehrenfels somit den Felsen, auf dem die Herren hausten.

In unmittelbarer Nachbarschaft der bedeutenderen Burg Hohenrätien bildete Ehrenfels ursprünglich den Mittelpunkt einer eher kleinen Grundherrschaft und war vermutlich im Besitze der Herren von Sils.

Bereits Ende des 15. Jahrhunderts kam die Burg in den Besitz des Klosters Cazis und diente dem Verwalter für die umliegenden Güter als Wohnsitz. Trotzdem werden noch im 16. Jahrhundert die Brüder Rudolf und Kaspar von Schauenstein vorübergehend als Bewohner aufgeführt. Die Übertragung der Burg Ehrenfels an das Kloster Cazis fällt etwa in jene Zeit, als die Viamala-Schlucht ab 1473 erstmals mit Karren befahrbar wurde. Dass der andere Weg nach Süden durch die «Schin-Schlucht» und mit ihr die Burg Ehrenfels am Tor zur Schin deshalb an Bedeutung verloren hätte, ist wenig wahrscheinlich. Vielmehr war es ein Zeichen der Zeit, dass im 15. und 16. Jahrhundert allmählich die Macht der Feudalherren zerfiel und viele Adelsgeschlechter verarmten.

Der Wiederaufbau

Die mittelalterliche Wehranlage bestand aus dem vierstöckigen Wehrturm (Bergfried), dem Wohntrakt (Palas) und den teils doppelten, mit Zinnen versehenen Umfassungsmauern (Bering). Der erste Zugang zur Burg lag gegen Norden. Zu einem späteren Zeitpunkt folgten die Zugänge über den Hof ins 1. beziehungsweise 2. Geschoss.

Wie viele andere verlassene Bauwerke dieser Zeit wurde auch die Burg Ehrenfels teilweise als Steinbruch für neue Häuser benutzt. Glücklicherweise erwies sich der vorgesehene Abbruch des festen Burgmauerwerks anlässlich des Baus der Rhätischen Bahn für einen Unternehmer schliesslich als zu kostspielig. So stand der mächtige Bergfried noch in seiner fast ursprünglichen Höhe, als der Schweizerische Burgenverein die Ruine in den 30er Jahren übernahm. Der Wohntrakt war hingegen bis auf wenige Mauerstücke vollständig abgetragen. Unter der Leitung von Architekt Eugen Probst beabsichtigte man, die Burg anlässlich eines Beschäftigungsprogramms für jugendliche Arbeitslose wieder aufzubauen. Dabei hatte die archäologische und denkmalpflegerische Genauigkeit nicht erste Priorität. Gebäudeform, Materialisierung und Lage der Öffnungen wurden vielmehr anderen Vorbildern nachempfunden.

Ende Juli 1933 begannen rund 25 Jugendliche das Unterholz der stark eingewachsenen Ruine abzuholzen, fällten Bäume und gruben Teile der Anlage aus.Leider konnte aus Geldmangel nicht wie vorgesehen im darauffolgenden Jahr weitergebaut werden. Erst durch den vielerorts bewunderten Wiederaufbaus der Burg Rotberg bei Mariastein im Solothurner Jura, welche unter identischen Bedingungen zu einer Jugendburg aufgebaut wurde, floss neue Zuversicht und Mittel in das Projekt Ehrenfels. 1936 wurden die Arbeiten fortgesetzt und in den folgenden Jahren fertig gestellt. 1954 wurde die Burg vom Verein für Jugendherbergen übernommen und dient seither als Herberge.

Jugendburg Ehrenfels

Jugendburg Ehrenfels

Saal

Rittersaal

Ehrenfels nach der Vollendung 1940

Ehrenfels nach der Vollendung 1940