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Wir haben zur Zeit geschlossen. Ab 30. März haben wir wieder offen. Reservationen und Anfragen werden bearbeitet.

Jugendherberge Seelisberg

Gadenhaus beim Rütli
Rütliweg 8
6377 Seelisberg (UR)

Simple Swiss_lodge

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Geschichte - Das Haus am Rütli

In unmittelbarer Nähe zur geschichtsträchtigen Schwurstelle der alten Eidgenossen, der Rütliwiese, bietet sich für die Wanderer entlang dem zum 700-jährigen Jubiläum der Eidgenossenschaft angelegten «Weg der Schweiz» eine besondere Art von Übernachtungsmöglichkeit an. Das vermutlich älteste noch bestehende Gadenhaus im Kanton Uri aus dem Jahre 1750 beherbergt heute eine Jugendherberge mit insgesamt 25 Betten und lässt zumindest erahnen, auf welch engem Raum zu diesen Zeiten gehaust worden ist.

Das Gadenhaus

Unter Gadenhäusern wird ein alter traditioneller Bautyp von Bauernhäusern bezeichnet, welche Stall, Futtertenn und Wohnteil unter einem einzigen Dach vereinen.

Das Gadenhaus beim Rütli liegt unterhalb der Gemeinde Seelisberg am abfallenden Hang gegen den Vierwaldstättersee. Obwohl in der Luftlinie nur wenige hundert Meter von der Kirche entfernt, ist seine Zugänglichkeit vom Dorf her sehr eingeschränkt. Heute führt der 1991 ausgebaute «Weg der Schweiz» von der Schiffsstation Treib her Richtung Rütliwiese direkt am Haus vorbei und bindet es in diesen historischen Kontext ein.

Entsprechend der steilen Topografie weist das Gebäude auf einer Breite von über 17 Metern eine geringe Bautiefe von nur rund sechs Metern auf. Es ist in traditioneller Weise als Strickbau in Holz erstellt und wird von einem Sockel aus Bruchsteinen vor der aufsteigenden Feuchtigkeit geschützt. Bei seiner Erstellung Mitte des 18. Jahrhunderts wurde das Gadenhaus in vier aufeinanderfolgende Abschnitte gegliedert.

Das Streutenn bildete den ersten Abschnitt im Süden. Der Raum schneidet hier stark ins Terrain ein und lag in Bezug zum übrigen Gebäude rund einen halben Meter tiefer. Entsprechend wurde der massive Sockel allseitig über die Erdgeschosshöhe hochgezogen. Auf dem darüberliegenden Dachboden lagerte man Stroh und Holz.

Der zweite Abschnitt umfasste die grösste Raumschicht des Gebäudes. Erdgeschossig bot der Stall zweireihig Platz für das Vieh. Darüber befand sich der Heuboden oder sogenannte Obergaden. Dank der Hanglage konnte das Heu über eine bergseitige Öffnung direkt von aussen eingebracht werden und gelangte von dort über eine Bodenluke in den Stall.

Der Wohnteil, als dritte Schicht, war verhältnismässig bescheiden ausgefallen. Im Erdgeschoss lag eine Stube mit einem kleinen Kachelofen. Die Raumhöhe betrug nur wenig über 1,80 Meter. Von da führte eine steile Treppe in die darüberliegende Schlafkammer, welche durch die Stube mitbeheizt wurde.

Als letzte Schicht schloss die Küche das Gebäude gegen Norden ab. Sie besass keinen Zwischenboden und reichte bis unter das bereits tiefliegende Dach. Im hinteren Teil führte eine Türe hinter der Stube in den vollständig im Erdreich liegenden Vorratsspeicher.

Die Jugendherberge

Unter Einbezug der Kantonalen Denkmalpflege ist das realisierte Umbaukonzept entstanden, welches Wert darauf legte, die bestehenden Strukturen des alten Gebäudes zu erhalten. Zwei unterirdische Erweiterungen an beiden Enden des Gebäudes gegen den Hang führten einerseits zum dringend benötigten Raum für Waschplätze und Küche. Andererseits sind sie Teil einer bergseitig vorgelagerten neuen Stützmauer, welche den Schutz gegen den Hang wieder sicherstellt. Im Erdgeschoss liegt der Aufenthalts-, Wasch- und Essraum. Im Obergeschoss sind die Schlafräume mit aneinandergereihten Matratzenfeldern untergebracht. Ein Übernachten in Mehrbetträumen ist hier für einmal kein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, sondern in diesem schlichten Gebäude ganz einfach nicht anders vorstellbar.

Jugendherberge Seelisberg heute

Jugendherberge Seelisberg heute

Wohnstube vor dem Umbau

Wohnstube vor dem Umbau

Essraum

Essraum