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Jugendherberge Richterswil

Horn
Hornstrasse 5
8805 Richterswil (ZH)

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Geschichte - Industrie mit Seeblick

Die Abhängigkeit von der Wasserenergie und der noch geringe Kaufdruck auf die Bodenpreise haben vielerorts in der Schweiz das Paradoxon entstehen lassen, dass manche der ersten Fabrikanlagen an solch erstklassigen Standorten errichtet wurden, wie sie nur die wenigsten der darin Arbeitenden je zu Wohnzwecken selbst genossen haben. Die flachen Mündungsgebiete von Flüssen oder Bächen in die Seen erleichterten es, wirtschaftliche Anlagen zu erstellen und wiesen zudem Raum für spätere Erweiterungen auf.

Wein, Seide und Gummi

1841 liess der Weinhändler Johann Jakob Blattmann auf dem Richterswiler Horn ein feudales Wohngebäude in klassizistischem Stil samt einer angrenzenden Kellerei errichten.

Sein früher Tod 1848 zwang die Hinterbliebenen, die Gebäulichkeiten bereits nach wenigen Jahren wieder zu veräussern. Der aus Küsnacht stammende Johann Konrad Egli errang den Zuschlag und richtete in den Kellereiräumlichkeiten Webstühle zur Fabrikation von Seide ein. Bei einer Arbeitszeit von damals täglich zwölf Stunden genügte der schlecht belichtete Kellereitrakt auf lange Sicht jedoch nicht. Johann Konrad Egli liess 1855 an dessen Stelle einen Neubau errichten, welcher aufgrund der Dachform, der ähnlichen Proportionen und dem identischen klassizistischen Äussern mit dem Wohngebäude ein unmissverständliches Gebäudeensemble entstehen liess.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam das Seidengewerbe in der Schweiz zunehmend in Schwung. Über 80 Fabrikarbeiter und bis zu 500 Heimwerker
arbeiteten damals für die Seidenfabrik Egli. Trotzdem sollte der Erfolg nicht lange anhalten. Mit Johann Konrad Eglis Tod 1862 fehlten den Nachfolgern die finanziellen Mittel, um das Unternehmen weiterzuführen.

Auch die darauf folgenden Firmen entgingen diesem Schicksal nicht. Ab 1868 mietete sich die spätere «Mechanische Seidenstofffärberei Zürich» in die Gebäulichkeiten ein und ab 1900 folgte die Wädenswiler Seidenstoffweberei Gessner nach. In der Krisenzeit der Zwischenkriegsjahre trat schliesslich das Ende der Seidenproduktion ein. Während zweier Jahre beherbergte das Areal die benachbarte Kattun-Druckerei. Ab 1929 folgte die Produktion gummierter Gewebe. Erst als 1976 der Kanton Zürich die Landzunge erwarb, um sie der Naherholung zuzuführen, schien das Hornareal endlich zur Ruhe zu kommen.

Was lange dauert...

Gleich nach dem Erwerb liess der Kanton über das Areal ein Nutzungskonzept erstellen, welches nebst Wohnungen, Bootshalle, Restaurant und Parkhaus bereits eine Jugendherberge vorsah. Die allzu zahlreichen Interessen und die ungeklärte Finanzierung des Areals verhinderte jedoch eine rasche Realisierung. Als zehn Jahre später das damals für die Jugendherberge vorgesehene Fabrikgebäude abgerissen wurde, schien die Jugendherberge am Horn endgültig begraben. Sozusagen in letzter Sekunde wurde die Jugendherberge von politischer Seite nochmals thematisiert. Ende 1988 genehmigte der Kanton einstimmig den Baukredit und am 4. Juli 1992 wurde die Jugendherberge in Betrieb genommen.

Jugendherberge Richterswil heute

Jugendherberge Richterswil heute

Fabrikgebäude vor dem Umbau

Fabrikgebäude vor dem Umbau

Speisesaal mit ursprünglichen Stützenreihen

Speisesaal mit ursprünglichen Stützenreihen