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Häufig gestellte Fragen

Wie viele hindernisfreie Schweizer Jugendherbergen gibt es?

Heute sind 30 der total 52 Schweizer Jugendherbergen hindernisfrei, wovon 23 geeignete und 7 bedingt geeignete. Währenddem die geeigneten Herbergen die Anforderungen an einen hindernisfreien Zugang in allen Bereichen von der Anreise über den Zutritt bis zu den Nasszellen erfüllen können, gilt es bei den bedingt geeigneten Herbergen jeweils einzelne Einschränkungen zu berücksichtigen, über welche individuell pro Betrieb informiert wird (beispielsweise Nichterreichen von einzelnen Komfortmassen etc.).

Sind alle Zimmer der Schweizer Jugendherbergen hindernisfrei?

Die Schweizer Jugendherbergen bieten von Zweibettzimmern mit eigener Dusche/WC bis hin zu Mehrbettzimmern hindernisfreie Betten an. Es wird auch bei den hindernisfreien Betten auf einen möglichst breiten Zimmer- und damit gleichbedeutend einen breiten Preismix geachtet. Es sind aber jeweils nicht alle Zimmer hindernisfrei. Selbstredend ist jeweils die obere Etage der Kajütenbetten nicht hindernisfrei nutzbar.

Wen sprechen die Schweizer Jugendherbergen mit ihrem hindernisfreien Angebot an?

Die Schweizer Jugendherbergen sehen es als Teil ihres sozialtouristischen Auftrages, für alle Menschen zugänglich zu sein und niemanden auszuschliessen. Die Einrichtungen und Angebote sollen allen Gästen dienen, insbesondere auch Menschen mit einer körperlichen und geistigen Behinderung sowie mit einer Hör-, Seh- und Sprachbehinderung, welche individuell reisen können oder mit Begleitpersonen unterwegs sind.

Stehen die baulichen Massnahmen bei dem gemeinsamen Projekt mit der Stiftung Denk an mich im Vordergrund?

Die Schweizer Jugendherbergen haben früh erkannt, dass es für Menschen mit Behinderungen beim Reisen nicht nur physische Hindernisse gibt. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung Denk an mich hat diese Erkenntnis bekräftigt. Aus diesem Grund umfasst das Gemeinschafts-Projekt nebst den baulichen Massnahmen auch ein umfassendes Informationsangebot, ein Programm zur Bekanntmachung des hindernisfreien Angebots sowie die Weiterbildung zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden der Schweizer Jugendherbergen. Im Weiteren werden eine Zertifizierung der Barrierefreiheit des Portals youthhostel.ch angestrebt sowie ein geeignetes Online-Buchungssystem erarbeitet. Der Massnahmenkatalog ist so aufgebaut, dass er als Vorbild für andere touristische Anbieter dient.

Wie wird der Erfolg des Gemeinschaftsprojekts gemessen?

Es ist uns ein grosses Anliegen, dass wir möglichst viele Menschen mit Behinderungen erreichen können. Die Messbarkeit in absoluten Zahlen ist noch eine offene Frage, an der wir momentan arbeiten. Im Weiteren erhoffen sich die Schweizer Jugendherbergen und die Stiftung Denk an mich vor allem eine Signalwirkung für alle touristischen Anbieter der Schweiz.

Warum wurde das bestehende Haus der Jugendherberge Avenches nicht komplett hindernisfrei umgebaut?

In Avenches hat sich in einer frühen Planungsphase gezeigt, dass das bestehende Gebäude mit verhältnismässigem Aufwand nicht hindernisfrei umgebaut werden kann. Dank der grosszügigen Umgebung konnte trotz allem eine machbare Lösung in Form des Pavillons mit zwei hindernisfreien Zimmern gefunden werden. Im Hauptgebäude wurden zudem alle gemeinsamen Einrichtungen und Aufenthaltsräume hindernisfrei umgebaut. Nur dank breiter finanzieller Unterstützung (Kanton, Gemeinde, Denk an mich etc.) bleibt in Avenches nicht nur eine Jugendherberge erhalten, sie wird neu für Menschen mit Behinderungen zugänglich.

Ist der Pavillon in Avenches eine integrative Massnahme?

Selbstverständlich ist es in jedem Fall anzustreben, dass sich nicht einzelne hindernisfreie Räume in separaten Gebäuden befinden. Da der rollstuhlgängige Pavillon mit zwei Doppelzimmern und gedeckter Aussenzone dank Rampen mit allen Aufenthalts- und Aussenräumen verbunden ist, ist diese Abtrennung auf den eigentlichen Privatbereich der Zimmer beschränkt. In der Jugendherberge Avenches spielt sich das gemeinsame Leben im einmaligen Garten und den Aufenthaltsräumen im Erdgeschoss ab. Menschen mit einer Behinderung können somit uneingeschränkt am Geschehen teilnehmen.

Wie können Menschen mit Behinderungen buchen?

Menschen mit Behinderungen buchen grundsätzlich wie jeder andere Gast. Bisher steht die telefonische Buchung im Vordergrund, damit die besonderen Bedürfnisse schon im Voraus genau geklärt werden können. In Kürze soll es aber möglich sein, dass Menschen mit einer Behinderung ihre besonderen Bedürfnisse wie das hindernisfreie Zimmer oder den hindernisfreien Parkplatz auch online direkt buchen können.

Gilt der Grundsatz ‚Disabled people first’ bei der Buchung der hindernisfreien Zimmer?

Grundsätzlich gilt bei den Schweizer Jugendherbergen das Prinzip der Gleichbehandlung aller Gäste, es gibt also keine Bevorzugung, auch nicht von Menschen mit Behinderungen. Umso wichtiger ist es den Schweizer Jugendherbergen aber, den spezifischen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen an Informationen, Buchungsmöglichkeiten etc. gerecht zu werden und die Mitarbeitenden darin zu schulen.

Was für Informationen stellen die Schweizer Jugendherbergen Menschen mit Behinderungen zur Verfügung?

Die Schweizer Jugendherbergen geben spezifische Informationen zur Anreise, zur Ausstattung und technische Angaben wie Türbreiten, Liftgrössen etc. sowie auch Ideen für Ausflüge in der Region. Menschen mit Behinderungen haben individuelle Einschränkungen beim Reisen, deshalb ist es wichtig für sie, die Hindernisfreiheit auf ihre persönlichen Bedürfnisse bereits bei Reiseantritt überprüfen zu können.

Wieso haben die Schweizer Jugendherbergen die Cerebral Pavillons der TCS-Campingplätze beim Umbau von Avenches nicht einfach kopiert?

Die Anforderungen an die Pavillons sind grundsätzlich anders. Beim TCS stehen die Pavillons im Umfeld des Angebotes von Zelten und Caravans, währenddem in Jugendherbergen hotelähnliche Zimmer angeboten werden - dies stellt beispielsweise ganz andere Anforderungen an den Wärmehaushalt der Gebäude. In Avenches mussten zudem situationsbedingt erhöhte architektonische und städtebauliche Anforderungen erfüllt werden, damit auf dem Grundstück überhaupt gebaut werden durfte.

Sind die hindernisfreien Schweizer Jugendherbergen vollumfänglich für Sehbehinderte tauglich?

Reisende mit Blinden- und Therapiehunde sind in allen Schweizer Jugendherbergen herzlich willkommen. Zudem bieten die Schweizer Jugendherbergen als Massnahme für Menschen mit Sehbehinderungen eine barrierefreie Homepage an. Auch unsere vielen baulichen Massnahmen erleichtern den Sehbehinderten ihren Aufenthalt bei uns.

Warum ist die SJH Homepage nicht barrierefrei zertifiziert?

Die Schweizer Jugendherbergen lancieren auf 2015 eine neue Homepage, bei welcher die SJH bereits in Absprache mit der Stiftung ‚Zugang für alle’ für die AAA-Zertifizierung ist. Die vorhandenen PDF-Dokumente, welche momentan auf der SJH Homepage schon barrierefrei angeboten werden, wurden bereits von der bekannten Stiftung barrierefrei gestaltet. Auf 2015 wird die Homepage dann neu barrierefrei.

Werden die Mitarbeiter der Schweizer Jugendherbergen geschult?

Ja, regelmässig als Teil des internen Weiterbildungsprogrammes werden Kurse zur Sensibilisierung auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen angeboten.

Arbeiten beim Gemeinschafts-Projekt der Schweizer Jugendherbergen und der Stiftung Denk an mich Menschen mit einer Behinderung mit?

Die Schweizer Jugendherbergen haben in der Unternehmung mehrere Personen mit Einschränkungen angestellt. Das Projekt konzentriert sich aber nicht auf die Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen, sondern auf das hindernisfreie touristische Angebot. Dafür sind die Erfahrungswerte von direkt betroffenen Personen besonders wichtig. Frau Ursula Schwaller - Architektin und Stiftungsrätin der Stiftung Denk an mich - ist Rollstuhlfahrerin und unterstützt und überwacht das Projekt im Steuerungsausschuss der Stiftung Denk an mich. Zudem ist die Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen in Vertretung von Joe Manser und Beni Rüdisüli nebst dem EBGB Partner des Projektes. Beide Herren sind Rollstuhlfahrer und unterstützen das Projekt fachlich und mit vielen eigenen Erfahrungen.